Hydroponik - hat viele Gesichter

Jul 17

Wer seine ersten Indoor Erfahrungen bereits gesammelt und dies. wie die meisten Grower, auf Erde getan hat, möchte nicht selten auf ein Hydro-System umstellen, um den Rücken zu schonen und eventuell noch bessere Ertrage zu erwirtschaften. Aber Vorsicht ist angesagt: Ein guter hydroponischer Grow bedarf weitaus mehr Planung und Basiswissen als ein Durch­gang auf Erde. außerdem ist die Eingewöhnungsphase für den Gartner sehr zeitintensiv. Die beste Vorbereitung auf einen "echten" Hydro-Durchgang ist ein Zwischendurchgang mit Kokossubstrat, da kann man sich schon einmal ans penible Messen von EC sowie pH- Wert gewöhnen sowie die Installation und den Umgang mit der automatischen Bewässerung üben, die später dann bei den Hydro-Systemen unumgänglich wird. Kokossubstrat hat den Vorteil. dass es Fehler. ähnlich wie Erde. bis zu einem gewissen Grad "verzeiht", ansonsten aber wie ein hydroponisches Medium gedüngt und gegossen wird.

Wer nicht erst mit Kokos üben möchte oder gar sofort hydroponisch starten möchte, sollte sich ganz genau an die vorgegebenen Parameter halten, eine Menge lesen und vor allen Dingen penibel auf Sauberkeit achten. Denn Hydro-Systeme ziehen Schadinsekten geradezu an, weil das Medium selten gewechselt wird, wobei aeroponische Systeme hier eine Aus­nahme sind. Die wiederum sind aber auch am kompliziertesten zu beherrschen, doch dazu später. Denn Hydro ist nicht gleich Hydro, es gibt mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlichster Varianten: Mit oder ohne Medium, als Bausatz oder Plug 'n' Play, als Selbstbau-Variante aus dem Baumarkt, Bio oder konventionell und so weiter. Als Grundregel hierbei gilt: Je besser und arbeitssparender ein System ist, um so aufwendi­ger und kostenintensiver ist sein Kauf oder ein Eigenbau. Aber: Die Zeit, die man durch das Wegfallen von Gießen und Schleppen spart, wird locker in Pflege, Messen und Regulieren investiert. Bei kleineren Anlagen kann ein Hydro Setup den Spaß- und Lernfaktor erhöhen, er spart aber definitiv erst ab einer Größe von mehr als zwei Lampen Zeit. Ich möchte im Folgenden die meist genutzen Varianten ein wenig genauer erklären, nicht ohne vorab ein paar grundlegende Worte über die Vorbereitung eines Hydro-Durchgangs zu verlieren: Die Vorbereitung: Hydro kommt von "Wasser" Die Vorbereitung sieht bei allen Varianten der Hydroponik ähnlich aus. Vor der Wahl der Ausstattung sollte man sich über die Qualität des zu verwendenden Wassers informieren und ein paar grundlegende Dinge besorgen, die für jeden Hydro-Grow notwendig sind. Der pH-und der eC- Wert sind mit den entsprechenden Geräten, die es anzuschaffen gilt, schnell ermittelt. Die Wenigsten aber achten auch auf den Härtegrad ihres Wassers, der aber ist mit entscheidend für das optimale Gelingen. In Deutschland unterscheidet man zwischen "weich" (0- 7 Grad deutsche Härte), "mittelhart" (7-14 dH) und "hart" (14-21 dH). Wie hart ein Wasser ist, hängt vom Kalkgehalt ab und der wirkt sich wiederum auf den pH Wert aus. Reguliert man dann beim Anmischen der Nährlösung den pH-Wert auf den gewünschten Wert ( 5,5-6,0), ändert das nichts am Kalk­gehalt. Ist zuviel Kalk im Wasser, können pH- und eC Wert noch so gut sein, die Pflanze wird nicht optimal mit Nährstoffen versorgt, obwohl davon ausreichend in der Nährlösung vorhanden sind. Ist das Wasser aus der Leitung "hart", so sollte man es mit "weichem" mischen. Das kann entweder gefiltertes Regenwasser oder Osmosewasser sein. Ein genaues Mischungs­verhältnis hängt vom verwendeten Leitungswasser ab, als optimal für die Pflanzen hat sich ein eC-Wert von 0,2-0,3 mS nach dem Mischen erwiesen. Wem das zu kompliziert ist und wer trotz relativ hartem Wasser hydroponisch growen will sollte darauf achten einen Dünger für hartes Wasser zu nutzen. Einige Anbieter von Drei­Komponenten-Düngern bieten diese Variante bei den Mikronährstoffen an. Drei-Komponenten Dünger sind am Besten für jede Variante von erd- oder substratlosen Grows geeignet, da man durch die Kombination und unterschiedliche Mischverhältnisse den Dünger der jeweili­gen Wuchs- und Blütephase genau anpassen kann. Den Härtegrad des Leitungswassers kann man einfach im Internet oder telefonisch beim örtlichen Wasseranbieter erfahren. Auch sollte man dafür sorgen, dass in Reichweite des Nährstofftanks ein Wasseranschluss oder zumindest ein Schlauch mit Hahn vorhanden ist. Der Wasserschlauch der Pumpe sollte mit einem absperrbaren T-Stück und einem Schlauch zum Abpumpen versehen werden, damit für einen späteren Wasserwechsel nicht das komplette System abgebaut werden muss. Eine Umwälz- sowie eine Sauerstoffpumpe sollten die Nährlösung frisch und algenfrei halten, ein Aquariumheizstab sorgt dafür, dass immer die richtige Temperatur von 18-20 Grad Celsius herrscht. Nun heißt es, sich für eine
der vielen Möglichkeiten zu entscheiden, wobei es schlussendlich egal ist, ob man einen fertigen Bausatz kauft oder sich seine Anlage selbst zusammenbastelt. Besonders wichtig beim Eigenbau ist, dass alle wasserführenden Verbindungen absolut dicht sind und die verwendeten Materialien lebensmittelecht sind. Krebserregende Weichmacher werden auch von Pflanzen aufgenommen und könnten so in den menschlichen Organismus gelangen. In den bekannten Foren wie zum Beispiel www.grower.ch gibt es hervorragende Anleitungen für selbst gebaute Hydro-Systeme jedweder Art. Wir fangen bei unserer Vorstellung mit der wohl ältesten hydroponischen Hanf-Indoor Kultur­methode an, der Steinwolle. Steinwolle oder Rockwool und Co (gut speicherfähige, hydroponische Medien): Gibt es in den verschiedensten Ausführungen und Größen: Als Matte, als Würfel oder als Flocken. Steinwolle muss immer feucht gehalten werden, braucht jedoch keine permanente Be­wässerung. Steinwolle sollte auf jeden Fall einen Tag vor der Benutzung in eine pH- kontrollierte Nähr­lösung eingeweicht werden, damit der pH-wert im Medium stabil ist, wenn die Jungpflanzen eingesetzt werden. Auch sollte man vor allen Dingen bei den kleineren Würfeln und den Steinwollflocken darauf achten, dass die Struktur und somit die Wasserspeicherfähigkeit beim Transport und bei der Verarbeitung erhalten bleiben, sie also nicht quetschen. Einige Indoor-Liebhaber schwören auch auf Oasis Flocks, die ein wenig mehr Sauerstoff speichern können als Steinwolle, ansonsten aber genauso zu behandeln sind.
Die kleinsten Steinwoll-Würfel (2-4 cm )eignen sich besonders gut für Steck­linge, wobei bei einigen Fabrikaten das Loch ein wenig zu groß ist. Merkt man beim Einstecken, dass die Steckis nicht stabil stehen oder Licht ins Pflanzloch fällt, so bohrt man sich einfach ein zweites, kleineres Loch daneben, in dem das Hanfbaby besseren Halt findet. Stecklinge, die auf Steinwolle stehen, lassen sich später in fast jedes Medium einsetzen. Für einen Blütezyklus auf Steinwolle reicht ein einfaches Drip-Bewässerungs­system, das während jeder Lichtphase zwei bis sechs mal anspringen sollte. Um ein Überwässern zu vermeiden, ist es bei der Drip-Bewässerung sehr ratsam, sich eine sekundengenaue Zeitschaltuhr zuzulegen. Um die richtige Gießmenge pro Pflanze zu ermitteln, stellt man einen Meßbecher unter einen beliebigen Tropfer und misst den Durchlauf pro Minute. Ein Beispiel: Möchte man jeder Pflanze 750 Milliliter Nährlösung pro Tag verpassen und in einer Minute laufen 250 Milliliter durch einen Tropfer so weiß man, dass die Bew­ässerung insgesamt drei Minuten laufen muss. So kann man die Bewässer­ungsintervalle auf 6x30 Sekunden stellen. Bei Steinwolle kann man auch problemlos ein Ebbe und Flut System benut­zen, Ebbe und Fluttische sind sehr preisgünstig und die Bewässerung funktio­niert denkbar einfach: Der gesamte Tisch, auf dem die Pflanzen stehen, wird pro Lichtphase ein bis dreimal geflutet und die Matten oder Würfel saugen sich so mit Nährlösung voll. Allerdings muss man hier auch ein wenig experimentieren, um die optimalen Bewässerungsintervalle und -mengen herauszufinden. Mittlerweile bietet die Firma GrowRack auch passende Gestelle mit verstellba­rer Neigung für Duma- sowie Ebbe-Fluttische an, die aus dem eigentlich nicht besonders stabilen Bauteil ein aufbaufertiges Hydro-System machen. Steinwolle braucht einen niedrigen pH-Wert, nach der Bewurzelungsphase mit 6,0 sollte er noch 5,6-5,8, in der Endblüte nur noch 5,4-5.6 betragen. Steinwolle ist ein sehr dankbares Medium, es ist leicht zu transportieren und pflegeleicht und lässt sich sehr sauber verarbeiten. Die Erträge sind bei richti­ger Handhabung gigantisch und Steinwolle "verzeiht" sogar ein paar kleinere Fehler. Allerdings hat der Klassiker auch ein paar Nachteile: Steinwolle kann nur ein­mal genutzt werden und ist deshalb nicht gerade billig. Sie muss nach einem Durchgang aufwendig entsorgt werden. Eigentlich sogar als Sondermüll, aber welcher Hobbygärtner wagt es schon, seine gebrauchten Matten zur örtlichen Mülldeponie zu bringen? Besonders Wurzelschädlinge fühlen sich im dunklen, feuchtwarmen Klima der Matten sehr wohl und sind dort äußert schwer wieder wegzubekommen, wenn sie sich einmal eingenistet haben. Auch ist Stein­wolle für ein rezirkulierndes System nicht geeignet, da die zurücklaufende Nährlösung zu salzhaltig wäre. "Drain to waste" heißt die meist angewandte Bewässerungstechnik bei Steinwoll-Grows Methode in Fachkreisen, die einen relativ hohen Wasser- und somit Düngerverbrauch zur Folge hat, da die aus den Matten austretende Nährlösung in einem seperaten Behälter gesammelt und anschließend weggegossen wird. Ein paar sehr erfahrene Gärtner bewässern auch ihre Steinwollgrows rezirku­lierend, dafür muss die Pumpe
jedoch 24/7 laufen sowie eine Menge Erfahrung vorhanden sein. Hydro-Anfängern ist hiervon abzuraten. Hydrokorrels, Seramis und Co (schlecht speicherfähige, hydroponische Medien) Hierbei handelt es sich um Ton- und Mineralsteinchen, die selbst kaum Wasser speichern können. Deshalb ist eine Dauerbewässerung empfehlenswert. Das erfolgreichste Hydro-System der Dekade, der Dutch Pot und die Aqua- oder Waterfarm von General Hydropnics of Europe, beruht auf dieser Technik. Durch das ständig fließende Wasser und den hohen Sauerstoffgehalt im Medium entwickeln sich die Wurzeln explosionsartig. Es bedarf keiner Zeit­schaltuhr bei der Bewässerung, obwohl einige Sparfüchse davon überzeugt sind, 15 Minuten Bewässerung pro Stunde reiche aus. Die Erfahrung und Hersteller dieser Systeme sagen das Gegenteil, außerdem ist es der Stabilität des pH-Wertes und dem Sauerstoffgehalt zuträglich, wenn das Wasser ständig bewegt wird. Hydrokorrels sollten vor dem Gebrauch gewaschen werden, das verhindert feine rote Staubanlagerungen und stabilisiert außerdem auch den pH Wert. Der schwankt anfangs bei der Inbetriebnahme dieser Systeme ein wenig, nach zwei bis vier Tagen bleibt er dann ziemlich stabil.
Bei rezirkulierenden Anlagen sollte während der Blütephase mindestens ein­mal das Wasser komplett ausgetauscht werden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das Ende des Längenwachstums, also Ende der dritten oder Anfang der vier­ten Woche des Blütezyklus. Ansonsten reicht es, die Nährlösung ständig in Bewegung zu halten und den EC sowie den pH-Wert regelmäßig zu kontro­llieren und gegebenenfalls zu regulieren. Abgestorbene Wurzelreste sollten regelmäßig aus Töpfen und Reservoir entfernt werden. Nach der Ernte kann man die gesamte Anlage sowie die Hydrokorrels in einer verdünnten Wasser­stoffperoxid- Lösung einweichen lassen und danach mit klarem Wasser durchs­pülen. Die Korrels können so beliebig oft verwendet werden. Hydrokorrels und andere, nicht wasserspeichernde Medien bieten den Pflanzen optimale Bedingungen, bedürfen jedoch täglicher und intensiver Pfege. Das mühsame Schleppen von Säcken entfällt bis auf das erste Mal, die Anschaffungskosten für ein solches System fangen bei 300€/m2 an. Natürlich gibt es auch hierfür in den bekannten Foren wunderbare Selbstbauanleitun­gen. Rezirkulierende Hydro-Anlagen sind nicht unbedingt Anfänger geeignet, Fehler haben unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheit der Pflanzen, weil kein Medium die Nährlösung speichert und somit auch nicht buffert. Auch die Anfälligkeit für Schädlinge ist bei unsauberem Arbeiten besonders hoch, weil Schmutzecken in Zusammenhang mit Tropfwasser optimale Brutstätten für allerhand Getier bilden. Achtung: Bei rezirkulierenden Systemen sollte nie mehr Wasser in den Kreis­lauf eingebracht werden, als der Nährstofftank fasst. Oft wird zum Regulieren einfach nachgekippt, bis der Tank fast voll ist. Fällt dann die Pumpe aus, läuft das Wasser aus dem System zurück ins bereits volle Reservoir- fertig ist der Wasserschaden. Wasserschäden sind neben Geruchsbelästigungen die zweithäufigste Ursache für den plötzlichen Pflanzentod durch (Un)-Mens­chenhand. NFT- Nährfilm-Fließ-Technik Hierbei rezirkuliert ständig ein dünner Film Nährlösung durch den Wurzel­bereich. Die Pflanzen stehen in Steinwollwürfeln, Oasis-Flocks, Hydrokorrel-Töpfen oder auch Kokostöpfen. Von den Pflanzbehältern wird der Boden entfernt (bei den Steinwollwürfeln ist das nicht notwendig) und die Pflanzen werden auf ein Wurzelfließ gestellt. Dann legt man eine dünne Nadelfolie über das Wurzelfließ, um es lichtdicht abzudecken. Hierbei ist höchste Vorsicht angesagt, denn NFT-Tische sind anfällig für Algen. Die Nadelfolie schützt den Wurzelbereich vor Licht und somit auch vor Algenbefall und muss deshalb peinlich genau velegt werden. Das Wurzelfließ darf an keiner Stelle mehr zu sehen sein, den kritischen Einschnittstellen für die Töpfe und an den Rändern ist hierbei besondere Aufmerksamkeit zu schenken. So kann sich zwischen dem Fließ und der Folie ein mehrere Zentimeter dickes Wurzelwerk bilden, ganz ohne Medium. Die Töpfe oder Würfel dienen lediglich der Vorzucht und der Stabiltät. Bei einem guten NFT Grow ist zwischen den Folien eine bis zu 10 Zentimeter dicke Wurzelschicht entstanden, die weiter oben für beste Erträge sorgt. Bei NFT-Tischen ist eine Dauerbewässerung bei der Verwendung von nicht wasserspeichernden Medien in den Pflanzbehältern wie Korrels auf dem Tisch ratsam, bei der Verwendung von wasserspeich­ernden Medien wie Steinwolle oder Kokos reichen Intervalle von 15 Minuten pro Stunde. NFT-Bausätze sind in allen Preis- und Qualitätsebenen erhältlich, allerdings ist gerade bei dieser Technik ein Eigenbau relativ einfach und preisgünstig. Die
NFT-Technik ist. obwohl rezirkulierend, ein guter Einstieg in die Hydro-Gärtnerei, besonders wenn man die Pflanzen in Töpfe mit einem einfach zu handhabenden Medium wie Kokos, Steinwolle oder Oasis stellt. So hat nicht jeder kleine Messoder Regelfehler direkte Auswirkungen auf die empfindli­chen Wurzeln. Doch auch das einfachste Hydro-System bedarf täglicher Kontrolle. Aeroponik- Die Königsdisziplin Ganz ohne Medium, nur mit Wasser, Luft und Liebe beste Erträge erzielen - davon träumen alle. Bei Stecklingen sind aeroponische Systeme, so genannte Bubbler, schon weit verbreitet. Bei der Aeroponik stehen die Pflanzen oder Stecklinge in kleinen Körbchen mit Hydrokorrels. Diese Körbchen werden in die Abdeckplatten von Behältern gesteckt, die von Düsen mit Nährlösung bespritzt werden. Bei billi­geren, einfachen Systemen hängen die Wurzeln einfach in der Nährlösung. Diese muss natürlich ständig frisch gehalten werden, was durch die Rezir­kulation oder/und Umwälz- sowie Sauerstoffpumpen erreicht werden kann.

Durch die sauerstoffreiche und dunkle Umgebung wachsen die Wurzeln in einem unglaublichen Tempo, bei Stecklingen in einem Bubbler kann man oft schon nach fünf Tagen die ersten Wurzeln sehen. Ganz wichtig für einen Blütedurchlauf ist die Verwendung von Stecklingen, die ebenfalls aero­ponisch gezogen wurden. Stellt man einen Steinwollwürfel oder gar ein Torfquelltöpfchen in den Hydro-Korb, erleidet die Pflanze oft einen Schock:

Die "Wet Feet Disease" verursacht lila Stiele und einen Wachstumsstop bis zu einer Woche. Denn Stecklinge, die in andernen Medien heranwachsen, haben Probleme mit der 100 prozentigen Luftfeuchtigkeit im Wurzelbereich eines aeorponischen Systems. Den gleichen Effekt kann man beim Umpflanzen von zu trocken gehaltenen Stecklingen auf jedes Hydro-System mit Dauerbe­wässerung beobachten. Zwar haben sich die Ladies nach einer Woche an das neue Medium gewöhnt und die Verfärbungen gehen langsam zurück, aber die Zeit und der Strom sind vergeblich investiert. Ansonsten ist die Pflege ähnlich wie bei Anlagen mit Hydro-Korrels, auch die Aeroponik verzeiht wenig. Deshalb ist die richtige Wassertemperatur von 18-20 Grad hierbei auch wichtiger als bei allen anderen Methoden der Hydro-Kultur. Der richtige pH und EC Wert sind selbstredend ständig zu messen, wobei der pH Wert ruhig um 0,1-0,2 höher sein kann als bei Steinwolle. Zur Wurzelbildung sollte er 6,0 betragen und mit zunehmender Größe und Reife langsam und stetig auf 5,6 kurz vor der Ernte gesenkt werden.

Der Selbstbau eines aeroponischen Systems erfordert eine Menge handwer­kliches Geschick und bedarf einiger hundert Euro an Investion. Ein einfacher Bubbler für Stecklinge hingegen ist schon für 25 Euro selbst gebaut. Wer sein System selber baut, sollte bei der Auswahl von Düsen und Pumpen auf Qualität achten, damit die Düsen auch wirklich einen feinen Nebel versprü­hen. Die meisten angebotenen Bausätze sind leider mit Düsen bestückt, die den Namen nicht verdienen. Das funktioniert zwar auch, aber gerade während der Wurzelbildung hat sich gezeigt, dass ein feiner Sprühnebel für eine schne­llere Wurzelbildung sorgt als eine tropfende Düse. Gerade wer Zeit und Wissen für ein solches System investiert sollte sich nur mit dem Feinsten zufrieden geben. Das sind leider Sprühdüsen, die es im Growshop nicht gibt.

Eine weitere Variante der Aeroponik ist die Bioponik, hierbei werden keinerlei mineralische Dünger oder Zusätze verwendet und die Nährlösung wird durch die Zugabe von Mikroorganismen und Pilzen sowie ständige Bewegung am Faulen gehindert. Bioponik gibt es erst seit wenigen Jahren und ist ein sehr komplexes Gebiet, weil man nicht wie gewöhnlich den Düngergehalt mit dem eC-Meter bestimmt. Bei der Bioponik muss man die Pflanzen lesen, um sie zu düngen. Bei einem guten Durchlauf sind die Erträge trotzdem fast so hoch wie bei der herkömmlichen Aeroponik und einem Bio-Produkt ebenbürtig.

Beide substratlose Kultivierungsmethoden sind nicht für Hydro-Anfänger geeignet. Es gibt jedoch Systeme, die aeroponisch nachrüstbar sind, so wie der GrowRack Aufsatz für herkömmliche Ebbe-Flut Tische. Wer irgendwann einmal ganz ohne Medium anbauen möchte, sollte mit einem einfachen System mit einem einfachen Ebbe-Flut- oder Dumatisch und ein paar Steiwollwürfeln oder Matten anfangen. Das ist dann Stück für Stück ausbaubar, über die NFT-Technik bis hin bin hin zum neuen GrowRack Aeroponik-Aufsatz kann man aus einer einfachen Plastikwanne(fast) alles bauen.

Das beste Hydro-System ...

Hängt von den Ansprüchen des Benutzers ab. Manche spielen gerne mit

Technik, andere geben ihr letztes Hemd für den optimalen Ertrag und wiede­rum andere wollen einfach den Dreck, der bei Erd- oder Kokogrows entsteht, in der Wohnung vermeiden. Wer wirklich nur Gramm pro Watt denkt sollte irgendwann einmal aeroponisch züchten, und sich mit einem beliebigen, rezir­kulierenden System der Materie nähern. Menschen, die es einfach mögen sind mit Steinwollmatten oder einem Ebbe-Flut-Tisch als "Drain-to waste"-System bestens bedient.

Beim selber Bauen lernt man natürlich von Anfang an mehr, weil man vorher alles einmal im Kopf durchgehen muss, es braucht allerdings Zeit und ein geübtes Händchen. Bausätze sparen Zeit und sind, richtig aufgebaut, im Normalfall gegen Wasser- oder Stromunfälle abgesichert.

Jedes Hydro-System ist erst einmal mit einer Mehrinvestition verbunden, kann jedoch mit gutem Ausgangswasser und richtiger Handhabung Erträge von 1,2 Gramm/Watt und mehr abwerfen, Arbeit sparen und den Rücken entlasten. Kann, muss aber nicht.

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