Hanf - Microgrowing mit Energiesparleuchtmittel

Jul 17

In den vergangenen Jahren konnte man immer wieder über Energiesparlampen lesen. Dabei hat sich in vielen Fällen die zweitbeste Variante durchgesetzt. die aufgrund ihrer gebogenen Form nicht so effektiv sein kann wie die in diesem Growreport eines niederländischen Freundes beschriebenen Leuchtstoffröhren (im Folgenden CFL-Röhren genannt).

Die meist genutzten CFL-Leuchtmittel im Pflanzenanbau haben eine Leistung von 125- 250 Watt, das Glas, in dem das Gas fluoresziert ist, ähnlich wie eine herkömmliche Energiesparlampe, zu einem oder mehre­ren „U"s gebogen. Das hat den Zweck, in Wohnräumen die geringe Tie­fenwirkung der CFL-Leuchtmittel auszugleichen, allerdings wird das vor­handene Licht durch diese Form nicht mehr gleichmäßig im Raum verteilt, die Randbereiche sind viel schlechter ausgeleuchtet als der Bereich direkt unter der Lichtquelle. Diese Lampenform wurde so ursprünglich auch für Wohn, nicht für Pflanzräume, konzipiert. Die mangelnde Ausleuchtung der Randbereiche fällt in einem Wohnraum nicht besonders auf, denn man kann einen 20 m2 großen Raum für das menschliche Auge mit 11 Watt ausreichend beleuchten. In einem Pflanz­raum ist die schlechtere Ausleuchtung der Randbereiche jedoch ein Problem, das durch die Verwendung gebogener Leuchtmittel hervorgerufen wird. Der mittlerweile vom Markt verschwundene Hersteller „Maxxgrow" hatte vor sieben Jahren die ersten so genannten „Energiesparlampen" für Heimgärtner entwickelt, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits eine leistungsstarke CFL-Röhre auf dem Markt war, deren Ergebnisse die aller „gebogenen" CFLs weit übertraf: Die Philips Master Reflex, später in Growshops mit Halterung für viel Geld als „Spektrum-Reflex" angebo­ten, gab es damals schon für mit einem speziellem Spektrum blühende Pflanzen. Zwar erzeugen gebogene CFLs das Gleiche, für Pflanzen geeignete Licht-spektrum wie die Röhren, allerdings ist die Tiefenwirkung sehr schlecht, gute Blüten bilden sich nur in den oberen vierzig Zentimetern. Diese U-Form sieht zwar toll aus und kommt optisch den effektiven Hochdrucklampen sehr nah, ist aber für Pflanzräume nicht so geeignet wie die gerade, nicht gebogene, altbewährten CFL-Röhre, weil nur direkt unter dem Leuchtmittel ausreichend Licht für Pflanzen vorhanden ist. Röhren hingegen verteilen das Licht gleichmäßig über die gesamte Pflanz­fläche. Ein Beispiel: Um eine 1,2 m2 Homebox zu beleuchten braucht man entweder mindestens eine 400 Watt Hochdruckdampflampe oder auch acht CFL-Röhren mit entsprechendem Blühspektrum, die eine Leistung von 270 Watt aufweisen. Würde man eine 250 Watt Energiesparlampe in die gleiche Box hängen, so würde diese nur den zentralen Bereich von circa 70x70 Zentimeter beleuchten. Man bräuchte also mindestens zwei dieser Leuchtmittel, um annährend die Ergebnisse zu erzielen und die Energieersparnis wäre dahin. Deshalb machen auch die Doppelreflek­toren für Energiesparleuchtmittel wenig Sinn: Sie gleichen zwar die schlechte Verteilung aus, brauchen aber zwei Leuchtmittel und sparen so keine Energie. Wenn schon mit weniger Licht gearbeitet wird, dann doch bitte bei optima­ler Verteilung des ohnehin schon knappen Lichts. Wäre ein solch dickes CFL-Leuchtmittel auch nur ansatzweise effektiv, so hätten es die nieder­ländischen Kommerz-Gemüsebauern schon längst für sich entdeckt. Die arbeiten aber weiterhin mit herkömmlichen Natriumdampflampen oder manchmal eben auch mit den im folgenden Report beschriebenen CFL-Röhren, die im Fachhandel unter dem Namen „T5" oder „Duo Flor" ange­boten werden. Diese im Growshop relativ neuartigen Leuchtmittel mit speziellem Reflektor gibt es für Wuchs und Blüte in unterschiedlichen Stärken. Bei guten Bedingungen kann man mit diesen Röhren ein genau­so gutes Gramm-Watt Verhältnis wie bei Hochdruckleuchtmitteln erzielen, ganz ohne Hitzeprobleme, selbst wenn es im Sommer draußen mal ein bißchen wärmer ist. Mutterpflanzen und Stecklinge wurden in den Niederlanden schon seit den 1970er Jahren mit CFL-Röhren (Philipps, Modell No.77, Cool White, 6400 Kelvin) beleuchtet, das ist für unser Auge ein helles weiß und bietet Pflanzen alles für ein gutes Wachstum und eine schnelle Wurzelbildung. Anders als beim Wachstum, wo die optimale Wellenlänge 6400 Kelvin beträgt, benötigt eine Pflanze zur Blütenbildung ein Licht in einer anderen Wellenlänge (2100-2800 Kelvin), für unsere Augen ein rötlich-gelbes Licht. Vor knapp 10 Jahren wurde von Philipps eine speziell für das Ausblühen von Pflanzen entwickelte CFL-Röhre entwickelt, durch die auch der Anbau von Hanf in ein neues Licht gerückt wurde: Anfangs vom Hersteller unter dem Namen „Spectrum-Reflex" als Set mit 8 x 36 Watt Leuchtstoffröhren angeboten, bieten mittlerweile eine ganze Reihe anderer Anbieter unters­chiedlich starke und große
Leuchtstoffröhren mit dem geeigneten Blühspek­trum an. Die Pflanzen sollten bei allen CFL-Leuchtmitteln bis einen Zentimeter unter der Lichtröhre wachsen, Abstände, die mehr als fünf Zentimeter betragen sind zu vermeiden, da aufgrund der geringen Tiefenwirkung jeder verschwendete Zentimeter auf den Ertrag geht.
Ich habe mich mit Growby getroffen, den ich während des letzten Cannabis Cups in Amsterdam kennengelernt hatte. Growby ist ein erfahrener Grower aus den Niederlanden, der schon seit vielen Jahren für seinen eigenen Bedarf anpflanzt. Während des Cups war er gerade dabei, ein paar Pflänz­chen unter den beschriebenen „Duo Flor" Röhren blühen zu lassen. Das hat natürlich meine Neugier geweckt und so sind wir übereingekommen, daß er mir ein paar schöne Fotos und den Bericht dazu liefert, wenn sein Grow fertig ist. „Zum Growen brauchte ich bisher im Prinzip viel Platz und eine hohe Energie verschlingende Lampe, die die Sonne ersetzt. Natriumdampflampen sind für den Eigenanbau mit fünf bis acht Pflanzen ein hoher Kostenfaktor, es ergeben sich, je nach Lampenstärke, Stromkosten von 30 bis 60 Euro pro Monat. Auch die Hitzeentwicklung dieser Lampen birgt eine gewisse Gefahr in sich, im Sommer entsteht so schnell eine Hitzproblem im Grow-room. Die Stromkosten bei der Verwendung von CFL-Röhren mit Blütespektrum betragen dann nur noch 20 Euro im Monat, denn auch der even­tuell benötigte Absauglüfter kann aufgrund der geringen Hitzeentwicklung eine Nummer kleiner gewählt werden. Vor allen Dingen spare ich Platz, denn ich benötige gerade einmal eine Höhe von 70 Zentimetern für meinen Micro-Grow, bei einer Raumhöhe von 2,40 Metern könnte ich theoretisch drei kleine Boxen übereinander stellen und hätte den gleichen Verbrauch und Ertrag wie mit einer 400 Watt Lampe. Neben den Stromkosten verbrauche ich weniger Erde, Wasser und Dünger pro Durchgang, weil ich in kleineren Töpfen arbeite und durch eine gerin­gere Wärmestrahlung weniger Wasser verdunstet. Mein Set-Up besteht aus zwei Reflektoren mit jeweils 2 x 80 Watt Leuchtmitteln, die ich unter einem alten Küchentisch aufgehängt und mit Abdunklungsfolie verhangen habe, um somit kein Licht von außen einzufangen. Da die Pflanzen ab der vierten Woche stark anfangen zu riechen, sollte man selber beurteilen, ob ungebetene Gäste in-oder auch nur in die Nähe der Wohnung kommen könnten. In dem Fall ist auch bei einem Micro-Grow eine Absauganlage mit Kohlenstofffilter und Rohreinschublüfter unbedingt notwendig. Der THC- Geruch geht durch Plastik, und sogar durch Beton­wände und Decken. In meinem Fall konnte ich auf die Geruchsneutralisation und einen Rohrlüfter verzichten. Das Fenster auf Kipp-Stellung sowie das Wegklappen der Sichtschutzfolie während der Beleuchtungsphase und ein guter Tischven­tilator haben genug frische Luft für die Pflanzen gebracht. Ich habe also eine Growbox mit einer Höhe von 70 cm, die Lampen brau­chen dann noch einmal knapp 20-25 cm Platz und deshalb halte ich meine Pflanzen kurz. Bei einer Pflanzenhöhe von 15-20 Zentimeter läute ich dann schon die Blüte ein, vorrausgesetzt die Wurzeln sind gut entwickelt. Ich habe mir ein paar Stecklinge "Shiva Skunk" besorgt, was auch in Holland leider nicht mehr so einfach ist wie noch vor ein paar Jahren. Stecklingsverkäufer werden bei und mittlerweile härter bestraft als normale Grower." Growby's Grow-Tagebuch Ankunft der Shiva Skunk Stecklinge. Sie sehen wunderbar aus, aktuelle Größe: 5 - 7 cm. Woche 2: Wachstum

Jetzt habe ich die gewünschte Höhe von 15-20 Zentimetern erreicht und kann die Blüte einleiten, indem ich die Lichtphase auf 12 Stunden re­duziere. Um das Wachstum der Seitentriebe zu stimulieren und das Längenwachstum der Pflanze zu bremsen, habe ich den Haupttrieb noch im Wachstum entfernt. Ein Entfernen während der Blütezeit bringt den Auxinhaushalt der Pflanze durcheinander und würde Ertragseinbußen nach sich ziehen. Auxin ist, vereinfacht dargestellt, das Hormon, das für die bessere Versorgung der Hauptriebe sorgt. Ich habe es bei 12,5 cm Pflan­zenhöhe gemacht, kurz vor dem Umstellen auf die Blütephase. Wichtig bei einem CFL Micro-Grow ist, dass die Pflanzen nicht zu hoch wachsen und so zu viele Triebe entwickeln: Die Lichtausbeute ist bis 25 cm unter der Lampe noch effektiv, die unteren Buds werden sowieso kleiner und die Pflanze muss ihre Kraft auf wenige, kräftige Haupttriebe konzentrieren, um einen ordentlichen Ertrag herzugeben.

Blütezeit

Woche eins bis drei:

Wenn man eine Hanfpflanze von der Wachstumsphase (18 Stunden Licht) auf Blühtephase (12 Stunden

Licht) umstellt, wächst sie in den ersten drei Wochen der Blühtephase immens schnell weiter (um die 20 — 25 cm), bis sie in der vierten Woche das Längenwachstum einstellt und sich auss­chließlich der Blütenbildung widmet. Diese Phase wird im allgemeinen als „Vorblüte" bezeichnet.

In diesen dreieinhalb Wochen nutze ich pro Reflektor je eine blauweiße CFL mit 6400 Kelvin und eine rote CFL mit 2100 Kelvin ab der vierten Woche dann nur noch rotes Licht.

Die Blütenbildung fängt bald an. Nun ist es ratsam, mit dem Düngen anzu­fangen. Gute Pflanzenerde bietet höchstens Nährstoffe für zwei Wochen Wachstumsphase. Für große, harzreiche Buds braucht die Pflanze jetzt extra Stickstoff, Phosphor und Kalium sowie andere Mikronährstoffe.

Woche 4

Ab nun habe ich nur noch rote CFL-Röhren für unsere Damen benutzt. Wie man auf den Fotos sieht, haben sich die Buds schon schön entwickelt. Ab dieser Woche werden die Buds dann richtig dick, fett und harzig.

Woche 5

Anfang der 5. Woche haben sich die Blüten meiner Meinung nach bestens entwickelt.

Woche 6

Anfang der sechsten Woche werden die Buds immer dicker und die Häarchen fangen an, sich braun zu färben. Manche Pflanzen sind früher reif als andere. Die braunen Häarchen sollten lediglich als Orientierung dienen, der Erntezeitpunkt wird am besten mit einem Taschenmikroskop bestimmt: Ist die Hälfte der Häarchen braun, nimmt man ein Taschen­mikroskop mit 60facher Vergrößerung und schaut sich die Trichome der Top-Buds an. Sind die austretenden Harzkügelchen noch vorwiegend klar, so ist es zu früh zum Ernten. Mit der Zeit werden die Trichomen milchig-trüb, hat circa die Hälfte diesen Zustand erreicht, ist die Zeit zum Ernten gekommen. Zu früh geerntetes Gras enthält weniger THC und ist somit schwächer als möglich, zu spät geerntetes Cannabis macht weniger high und dafür ein wenig platt.

Woche 7

Ab dieser Woche bekommen die Ladies keinen Dünger mehr. Nun ist es wichtig, die Düngersalze aus der Pflanze herauszuspülen, was dem Gesch­mack zugute kommt. Das kann man mit Leitungswasser oder wie ich, mit frischem Quellwasser machen. Wichtig hierbei ist ein relativ niedriger pH-Wert von 5,2-5,5, denn so werden die Salze besser gelöst.

Woche 8

Die Shivas in voller Blüte. Die Kristalle werden von Tag zu Tag milchiger, die Häarchen sind jetzt dunkelrot bis braun. Die Buds meiner Damen haben sich prächtig entwickelt. Da ich gerne Gras rauche, was etwas mehr „High" als „Stoned" macht, ernte ich, wenn ich unter dem Mikroskop mehr klare als milchige Kristalle sehe, also so früh wie es Geschmack und Ertrag zulassen.

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