Hanf - Blüten Power - Geheimnis für schöne und vitale Pflanzen

Jul 17

Anders als bei uns in Europa ist es in vielen amerikanischen Staaten bereits ohne große Probleme möglich, eine Genehmigung für den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwe­cken zu bekommen. Eine derartige Genehmigung hat auch Steve, was ihm erlaubt, ohne Angst vor Verfolgung Hanf anzubauen, zu testen und auszuprobieren — und seine Erfahrungen an an­dere weiterzugegeben.

In seiner Heimat gilt Steve bereits als Experte, den sich Grower gerne mal zu sich nach Hau­se kommen lassen, wenn sie ein Problem mit ihren Pflanzen haben. Dadurch kommt Steve viel herum und erhält so Einblicke wie kaum ein anderer ...

Ich freue mich immer wieder, wenn mich Gro­wer zu sich einladen und mir ihre Growanla­ge zeigen. Gerade kurz vor der Ernte, wenn die Pflanzen in voller Blüte stehen und ein intensives Aroma verströmen — wenn man so will, den »Geruch des Erfolgs« — finde ich die Pflanzen besonders beeindruckend und faszi­nierend. Nicht selten komme ich aber auch in Gärten, wo mir der Geruch gleich verrät: Hier stimmt was nicht.

Hanfpflanzen sind von Natur aus wahre Wun­der, die aus einem winzigen Samen zu einer imposanten Pflanze heranreifen können. Da­bei produziert sie die unterschiedlichsten chemischen Bausteine — viele davon einmalig im Pflanzenreich — die ihre Blätter und Blüten wachsen lassen und ihr das typische Aroma und Wirkstoffspektrum verleihen, das so viele Menschen an ihr schätzen. In der freien Natur, da wo der Hanf heimisch ist, stellt der Boden alle Nährstoffe und Spurenelemente zur Ver­fügung, die er zum Wachsen braucht.

In den meisten Indoorgärten treffe ich auf hy­droponische Anlagen, die nur noch wenig mit der Natur zu tun haben. In diesen Fällen liegt es nicht zuletzt am Geschick und Fingerspit­zengefühl des Gärtners, ob und wie die Pflan­zen gedeihen. Es ist wahr, dass die Natur selbst einen gewissen Teil dazu beiträgt, welche Eigenschaften eine Pflanze aufweisen kann. Im genetischen Bauplan sind alle Veranlagungen bereits vor­gegeben. Doch im 21. Jahrhundert, dem Zeit­alter der professionellen Dünge- und Nähr­mittel, ist es auch Realität, dass sich Pflanzen durch Zusatzstoffe zu Höchstleistungen brin­gen lassen, wie sie in der freien Natur kaum denkbar wären. Ausgeklügelte Nährstoffkom­positionen machen es möglich, Erträge zu ma­ximieren und dabei die Qualität — also den Geschmack, das Aroma und den Wirkstoffge­halt — zu verbessern. Nebenbei wird der Stoff­wechsel unterstützt und so kann die Energie zur Verfügung gestellt werden, die Pflanzen für ihre Topleistungen benötigen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass aus­gewogen komponierte und gut hergestellte Kohlenhydrat-Booster in der Lage sind, den Geschmack und das Aroma der Blüten im Out­door- wie auch im Indooranbau zu verbes­sern. Denn sie stellen nicht nur der Pflanze zusätzliche Energie zur Verfügung, sie sind auch Nahrung für die nützliche Mikroflora in der Wurzelzone. Je mehr Bakterien und Pilze im Boden leben und arbeiten, desto besser werden die Wurzeln von diesen geschützt und mit Nährstoffen versorgt. Und das führt zu ge­sünderen und stär­keren Pflanzen, die einen größeren und besseren Ertrag lie­fern.

Mir ist etwas Interes­santes aufgefallen, was viel mit der Qua­lität (und nicht nur dem Gewicht) der Blü­ten zu tun hat: Gro­wer, die ausschließ­lich synthetischen Dünger und Zusatz­stoffe in ihrem hy­droponischen Garten einsetzen, haben oft nicht so aromareiche, geschmackvolle und wirkstoffreiche Pflan­zen, wie das bei der entsprechenden Sor­te eigentlich möglich wäre.

Der ein oder andere hat bestimmt schon mal gehört, das orga­nisch (auf Erde) an­gebautes Cannabis besser riechen und schmecken soll. Und in der Tat, das ist gar nicht so falsch. Und hier ist der Grund dafür...

Wie erwähnt sind alle Eigenschaften einer Pflanze in ihrem genetischen Bauplan festge­legt. Nicht nur das Wachstumsverhalten, Grö­ße und Aussehen werden dadurch bestimmt, auch die Art, Menge und Zusammensetzung der Cannabinoide ist genetisch festgelegt. Vom Moment der Keimung bis zur erntereifen Pflanze durchläuft sie ihren genetisch vorbe­stimmten Lebensweg. Und dabei entwickelt sie — wenn die Bedingungen stimmen — all die chemischen Bestandteile, die ihr als Duft-und Wirkstoffe zu den Eigenschaften verhel­fen, die

von vielen Hanffreuden so geschätzt werden.

Einige von diesen Bestandteilen sind sicht­bar (z. B. die Harzkristalle), andere sind im Innern der Pflanze versteckt. Alle haben sie einen Einfluss auf das Wachstumsverhalten, auf Aroma und Wirkstoffkonzentration, und zusammen machen sie eine Hanfsorte zu dem, was sie von anderen unterscheidet.

Die meisten professionellen Grower bauen heutzutage Indoor an. Und man könnte den­ken, dass sich die Samen und Stecklinge mitt­lerweile vollkommen an ihr Indoor-Leben an­gepasst haben, aber ...

Es hat tausende von Jahren gedauert, in de­nen sich Hanfpflanzen entwickelt haben. Da­bei wuchsen sie in reichhaltiger Erde, die voll war mit Mikroben, Enzymen, organischen Komponenten, natürlichen Kohlenhydraten, Sauerstoff, reinem Wasser und anderen Sub­stanzen, die in den Stoffwechselkreislauf der Pflanzen gelangen und ihr so ermöglichen, die aromatischen und geschmackvollen Blü­ten zu bilden.

Wird ausschließlich mit künstlichen Dünge­mitteln gearbeitet, reicht das zwar in der Re­gel, um die Pflanze zu ernähren und wachsen zu lassen. Es sollten sich auch einigermaßen ansehnliche Blüten bilden. Aber das volle Spektrum und das ganze Potenzial einer Sor­te kommt erst zur vollen Entfaltung, wenn der Pflanze alle Nährstoffe und Spurenelemente zur Verfügung gestellt werden, die sie dazu benötigt. Wird der künstliche Dünger mit or­ganischem ergänzt, können so die fehlenden Elemente zugefügt werden. Zum Beispiel las­sen sich in hydroponischen Gärten die sterilen Wurzelzonen aufpeppen, indem nützliche Mi­kroben zugesetzt werden. So kann auch in Steinwolle ein Milieu entstehen, das dem im natürlichen Boden nahe kommt, wo Bakterien und Pilze eine Symbiose mit den Wurzeln ein­gehen. Sie verbinden sich mit den feinen Wur­zelhärchen der Pflanzen, wodurch sich deren Größe erhöht, die Aufnahmefähigkeit verbessert und somit die Pflanzen besser mit Näh­stoffen versorgt werden können. Und das wie­derum führt zu einem besseren Wachstum, gesünderen und widerstandsfähigen Pflan­zen und schließlich zu einem höheren Ernte­ertrag.

Hinzu kommt, dass mit Hilfe der natürlichen Komponenten die Effektivität und das Poten­zial von künstlichen Düngern stark verbessert wird, da die Pflanzen ihn besser aufnehmen und die Nährstoffe schneller in Wachstum umsetzen können. So lässt sich die Wachs­tumsphase verkürzen, auch die Anpassung an den 12-Stunden-Lichtrhythmus der Blütepha­se geschieht schneller.

Wenn die Pflanzen in der Blüte sind, gebe ich einen natürlichen Booster, um mehr und grö­ßere Blüten entstehen zu lassen. Zudem er­halten die Pflanzen mit dem Booster zusätz­liche Energie, die ihnen hilft, ihre Reserven aufzufüllen und schönere und größere Pflan­zen zu produzieren.

Um auf den Geschmack und das Aroma zurück­zukommen: Es gibt kohlenhydrathaltige Düngezusätze, die in der Lage sind, den Ge­schmack, das Aroma und den THC-Gehalt zu steigern. Die zusätz­liche Energie lässt ge­sündere, vitalere und damit ertragreichere Pflanzen wachsen.

Bevor ich euch erzäh­le, wie ich vorgehe und auf welche Pro­dukteigenschaften ich bei den Blüte-Boo­stern achte, lasst mich noch kurz erwähnen, worauf man definitiv verzichten sollte.

Es gibt Hersteller, die ein mysteriöses »Brix<-Spray auf den Markt gebracht ha­ben. Es soll kurz vor der Ernte auf die fast reifen Blüten gesprüht werden, um eine Ver­besserung des Ertrags, des Geschmacks und des Aromas zu errei­chen. Die Hersteller sprechen von einer »wet cure«, die zu ei­ner Qualitäts- und Ge­wichtssteigerung füh­ren soll.

Was mich an der Sache besonders stört, ist die mangelhafte Informationspolitik der Her­steller. Sie geben weder die genauen Inhalts­stoffe an, noch veröffentlichen sie zuver­lässige Beweise für die angeblich positiven Effekte. Ich habe mit professionellen Growern, die dieses Brix-Spray ausprobiert haben, über ihre Erfahrungen gesprochen. Dabei kam ge­nau das Gegenteil von dem heraus, was die Hersteller behaupten. Das Spray führt zu Ver­stopfungen der feinen Kapillaren der Blätter, wodurch sie nicht mehr richtig atmen können und der Stoffwechsel behindert wird. Das be­deutet eine Reduzierung des Ernteertrags, Verschlechterung der Qualität und die Spray­rückstände können potenziell gesundheits­schädlich für den Endbenutzer sein.

Gleiches gilt für Sprays, die auf die Blüten gesprüht werden sollen, um ihr Aroma zu beeinflussen. Es gibt sogar Sprays, die den natürlichen Gras-Geruch völlig

unterdrücken sollen, damit beim Rauchen niemand merkt, dass es Cannabis ist.

Wie die Brix-Produkte halte ich auch diese Sprays für äußerst bedenklich. Es kann nicht wirklich gut sein, kurz vor der Ernte die Blüten mit unbekannten chemischen Substanzen zu besprühen.

Die Internetseiten derartiger Produkte sind vielleicht schön gestaltet, doch Informationen zu Inhaltsstoffen, Wirkungen und Nebenwir­kungen findet man nicht. Es wird lediglich be­hauptet, das Spray würde den Pflanzen ein Zitrus- oder Blaubeerenaroma verleihen und ihre Reife beschleunigen. Deshalb solle es di­rekt auf die reifen Blüten gesprüht werden.

Aber seien wir mal ehrlich: Niemand mit halbwegs vernünftigem Menschenverstand würde doch seine Ernte mit seltsamen Sub­stanzen verunreinigen wollen. Und selbst wenn das Spray nur während der Wachstumsphase verwendet wird, kann es negati­ve Effekte haben, indem es das Wachstum durch Verkleben der Blattöffnungen behindert.

Es gibt natürlich Blattsprays, die gut für die Pflanzen sind und ihnen Nährstoffe liefern, z. B. in Form von organischen Algenextrakten. Doch wenn sich, wie in Brix-Produkten, »Aminosäuren, Kohlenhydrate, Vi­tamine, Enzyme und biologische Erntesteigerer« — was auch immer sich für Substanzen dahinter ver­bergen — in dem Präpart befinden, ist das Risiko nicht ausgeschlos­sen, dass die feinen Öffnungen auf und unter den Blättern ver­stopft werden. Sie sind aber le­bensnotwendig für die Pflanze, da über sie CO2 in die Pflanze ge­langt, während sie Sauerstoff und Feuchtigkeit abgibt. Werden die­se Öffnungen verstopft, gerät der gesamte Stoffwechsel der Pflanze ins Stocken.

Es gibt ganz natürliche Mittel — ohne unbekannte chemische Substanzen — die sich zur Verbes­serung von Aroma, Geschmack und des Wirkstoffspektrums der Blüten einsetzen lassen. Am ein­fachsten ist sicher, ein entspre­chendes Produkt im Growshop seines Vertrauens zu besorgen. Ich achte dabei auf ausgewogene Kohlenhydrate-Booster, die unterschiedliche Typen von Kohlenhydraten ent­halten, die sowohl der Pflanze als auch den Mikroben in der Wurzelzone als Nahrung die­nen können. Ich habe festgestellt, das Pflan­zen gerade nach der Hälfte der Blütezeit rela­tiv ausgepowert und für diesen zusätzlichen Energieschub sehr dankbar sind. Ohne die­se Zusatzenergie können sie den Energiebe­darf nicht decken und legen eine regelrechte Wachstumspause ein.

Das ist besonders in den Indoorgärten zu be­obachten, wo Pflanzen durch zusätzliches CO2, intensives Licht und hohe EC-Werte zu Leistungen getrieben werden, die in der Na­tur undenkbar wären. Wie bei einem Mara­thon-Läufer, der besondere Leistungen ab­rufen soll, muss auch der Energiespeicher in den Pflanzen immer wieder aufgefüllt werden, damit sie nicht auf halbem Weg schlapp machen.

Der Energiespeicher wird am besten durch Kohlenhydrate aufgefüllt, also Zuckerstoffe, die dem Organismus verhältnismäßig schnell zur Verfügung stehen. Erst mit ausreichender Energiemenge ist es der Pflanze überhaupt möglich, das intensive Licht, das CO2 und die vielen Nährstoffe in Wachstum umsetzen zu können. Und nur dann lohnt sich dieser Auf­wand und sorgt für den erhofften höheren und besseren Ertrag.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass der­artige Kohlenhydrate-Booster niemals auf die Blätter gesprüht werden, sondern immer wie ein Dünger über die Wurzelzone in die Pflanzen gelangen müssen. Das ist die ein­zig sinnvolle Methode, die Pflanzen in einem hydroponischen Garten mit zusätzlichen Koh­lenhydraten zu versorgen.

Es gab auch immer schon Bestrebungen, direkten Einfluss auf das Aroma, den Ge­schmack und das Wirkstoffspektrum von Can­nabispflanzen zu nehmen. Vielleicht hat der eine oder andere schon einmal davon gehört, dass es in den alten Hanfanbauregionen wie Süd-Amerika, Afghanistan, Jamaika oder Pa­nama die Tradition gibt, Honig, Melasse, Ka­kao, Vanille, Sirup und andere Kräuter und Zu­ckerstoffe an die Stiele der Pflanze zu binden oder sie in die Wurzelzone einzuarbeiten. Al­les in der Hoffnung, dass sich diese Aromen in den Blüten der Cannabispflanzen wieder-finden lassen.

Ich habe nicht den Eindruck, dass dies beson­ders gut klappen würde, aber im 21. Jahrhun­dert lassen sich auch für diesen Zweck die passenden Produkte im Growshop finden.

Ein solches Produkt enthält in der Regel eine ganze Reihe von Vitaminen und essenziellen Aminosäuren (am besten in ihrer hochwer­tigen L-Form), unter anderem auch die B-Vita­mine, die den Stoffwechsel

fördern und so die Harzproduktion ankurbeln.

Aminosäuren sind die Ausgangsstoffe zum Bau der Proteine, die wiederum als »Bau­steine des Lebens« bezeichnet werden kön­nen. Sie sind überall in Pflanzen zu finden und entscheidend für ihr Wachstum. Mir ist aufgefallen, dass bei Verwendung von Amino­säuren in der L-Form, gepaart mit Kohlenhy­draten und anderen Blüteboostern, die Blüten ein Wachstum und eine Cannabinoidproduk­tion aufweisen, die ohne diese Zusätze wohl undenkbar wären.

Ich bin der Meinung, dass ge­rade solche Produkte — ob­wohl sie im Vergleich zum Dünger verhältnismäßig ge­ring dosiert werden — einen großen Unterschied bewirken können.

Es gibt Produkte, die Melas­se enthalten. Melasse ist ein dickflüssiger, süßer Sirup, zum Beispiel aus Zuckerrü­ben. Sie wird schon relativ lange von Growern als tra­ditionelles Zusatzmittel ein­gesetzt. Doch mir fällt dabei immer wieder auf, dass viele Grower eine Melasse verwen­den, die hohe Schwefelanteile aufweist, ansonsten aber von geringer Qualität ist. Der hohe Schwefelanteil kann das gan­ze Nährstoffgefüge im Medi­um durcheinanderbringen. Das so entstandene Ungleich­gewicht führt zu schlechterem Wachstum und einer gerin­geren Ernte.

Hinzu kommt, dass minder­wertige Melasse weitere Un­reinheiten enthält und so dickflüssig ist, dass es die Wurzelzone und das hydropo­nische Bewässerungssystem verkleben kann.

Deshalb verwende ich aus­schließlich wissenschaftlich getestete Präparate, die sich auf den unterschiedlichen hy­droponischen Medien bewährt haben und entsprechend mo­difiziert sind. Ich erspare mir

lieber die frustreichen Selbst­versuche in meinem Garten und greife gleich zu den professionellen Produkten, letztend­lich kommt mich das billiger und erspart mir Misserfolge.

Unterm Strich sind es diese »kleinen Hel­fer«, die darüber entscheiden, ob eine Pflanze »ganz ok« oder »der Hammer« werden kann. Denn nur, wenn die Versorgung mit allen not­wendigen Elementen und ausreichend Ener­gie gewährleistet ist, kann die Pflanze die Lei­stung bringen, die ich mir erhoffe. Und dazu bedarf es mehr als nur »Brot und Wasser«!

 

Next Post Previous Post