DAS ERSTAUNLICHE AROMENSPEKTRUM DER CANNABISFLANZEnhanger-guerilla-growing-cannabis

Jul 17

Ihre Bluten können nach Pfefferminz schmecken, nach Zimt, Sandelholz, Kiefer oder gar dunkler Schokolade. Oder nach Zitrone, Grapefruit, Mango, Ananas, Banane, Blaubeere, Erdbeere oder Himbeere. Oder nach... das Aromenspektrum der Cannabispflanze ist faszinierend vielfältig und neben dem im Pflanzenreich einzigartigen THC, der legendären Faserqualität und den extrem gesunden, nahrhaften Samen eine weitere herausragende Besonderheit des Hanfes.

Die Cannabiskultur, das Anbauen und Konsumieren von Canna­bis, ist zweifellos nicht nur eine Rauschkultur, sondern in ganz starkem Maße auch eine Aroma-Genusskultur. AROMENSPEKTRUM 01Die jedoch von der allgemeinen medialen Berichterstattung, jenseits der Hanf-Fachpresse, hartnäckig ignoriert wird, es dreht sich bei TV- oder Print-Beiträgen über Cannabis stets ausschließlich um THC, nach dem Motto „diesen Süchtlingen geht es doch allein um ihren seligmachenden Stoff." Doch Hanf-Leidenschaft bedeutet für viele mehr als den bloßen Konsum von THC, die köstlichen Hanf-Aromen mit ihrer schillernden Vielfalt gelten den meisten Growern und Smokern als weiteres genussliches Faszinosum, analog zu Weintrinkern und ihrer Geschmackskultur, mit dem Unterschied, dass die Verschiedenartigkeit der Aromen beim Hanf deutlich stärker ausgeprägt ist als beim Wein mit seinen oftmals lediglich schwach nuancenartigen und nur mit viel Fantasie wahr­nehmbaren Geschmacksattributen. Wann kommt der Tag, an dem im spätherbstlichen Deutschland im Lokal „Reblaus" die Verkostung des neuesten Primeur-Weins stattfindet, und gleich nebenan im Coffee-Shop das Test-Rauchen der neuesten Primo-Outdoor-Ernten, ganz legal? Bis es hoffentlich irgendwann soweit ist, müssen Deutschlands Cannabis-Liebhaber weiterhin im Untergrund ihrer Leidenschaft nachgehen, untereinander Proben ihrer neuesten, selbst gegrowten Gras-Geschmackswunder austauschen und darüber diskutieren, fachsimpeln und ins Schwärmen geraten. Besonders hoch im Kurs stehen Cannabis-Fruchtsorten, dazu gleich mehr. Doch welche Biochemie steht eigentlich hinter den verschiedenen Aromen, die von der Hanfpflanze gebildet werden können? Das Aromaprofil wird vor allem durch sogenannte Terpene gebildet. Terpene sind Hydrocarbonverbindungen (C5H8-Molekülketten), die wie auch das THC in den Trichomen, den Harzdrüsen der Hanfpflanze gebildet werden. Sie kommen auch in einer großen Anzahl anderer Pflanzen, z. B. Koniferen, vor und sind dort wie auch beim Hanf der Hauptbestandteil von Harzen und Ölen. Beim Hanf besteht indessen eine Besonderheit darin, dass nicht­aromatische Terpen-Polymere hier auch als Ausgangstoff für die Biosynthese von Cannabinoiden einschließlich THC dienen. Das THC selbst ist geruchlos, Drogenspürhunde reagieren also auf die duftenden Terpene von Marihuana und können demnach kein synthetisches THC erschnüffeln. An aromatischen Terpenen hat man in der Hanfpflanze bislang über 120 verschiedene Typen nachweisen können. Daraus ergeben sich schier endlose Kombinations- und Aromamöglichkeiten, wobei die konkrete Ausformung des Aromas einer Sorte auch von den jeweiligen Anbaubedingun­gen, der Bodenzusammensetzung, Düngung und dem spezifischen Klima abhängt.

AROMENSPEKTRUM 02Hier eine Übersicht einiger wesentlicher Terpene, die typisch für Cannabis sind: Alpha-Pinen findet sich z. B. in den Ölen vieler Kieferarten sowie von Rosmarin und Eukalyptus. Bei den Sorten von Greenhouse Seeds (diese Firma hat für viele ihrer Sorten Terpen-Analysen durchgeführt) weist z. B. Super Silver Haze den höchsten Alpha-Pinen-Gehalt auf. Eine weitere Cannabis-typische Terpen-Verbindung ist Sabinen, das z. B. auch von Eichen, Karotten und Teebaumpflanzen gebildet wird, aber auch in schwarzem Pfeffer vorkommt und zu dessen Schärfe beiträgt. Auch Myrcen ist in Cannabis enthalten, dieses Terpen kommt darüber hinaus z. B. in Myrcia (namensgebend), Verbenen und Lorbeer vor. Myrcen dient der Parfümindustrie als ein Schlüsselaromastoff. White Widow von Greenhouse Seeds soll besonders viel davon aufweisen. Caryophyllen riecht würzig süß und pfeffriges findet sich z. B. in schwarzem Pfeffer und Nelken. Es heißt, dass Drogen­spürhunde auf eine spezielle Caryophllen-Verbindung als Leit­substanz für die Cannabissuche abgerichtet sind, Caryophyllene­poxid. Das Terpen Linolool richt blumig frisch und ist Bestandteil vieler ätherischer Öle, z. B. bei Zimt, Basilikum, Majoran, Thymian oder Oregano. Terpineole kommen ebenfalls in ätherischen Ölen vie­ler Pflanzen vor, z. B. Rosmarin, Anis, Majoran, Salbei oder Wacholder. Sie finden sich auch im Terpentin. Das erklärt, warum manche Sorten wie z. B. „Motavation" von Serious Seeds, einen markant terpenti­nartigen Geruch haben, der Terpineol-Gehalt muss hier besonders hoch sein. Cineol ist Hauptbestandteil im ätherischen Öl von Euka­lyptus und wird deshalb auch Eucalyptol

genannt, es kommt aber auch z. B. in Basilikum, Salbei, Safran, Minze und Teebaumöl vor.

Und dann gibt es noch das Terpen Limonen, das, wie der Name schon andeutet, ein fruchtiges, zitrusartiges Aroma produziert, was vielen Cannabisfreunden als Gipfel des Genusses gilt. Limonen kommt natürlich besonders reichlich in diversen Zitruspflanzen vor, aber auch in ganz anderen Pflanzengattungen wie z. B. Zitronen­verbene oder Zitronengras. Und auch einige spezielle Hanfsorten produzieren dieses Terpen in großen Mengen und weisen ein ents­prechend fruchtiges Aroma auf. Im Zusammenspiel mit den vielen anderen Terpenen, die von der Hanfpflanze gebildet werden können, ergeben sich aber nicht nur Zitrusfruchtnoten, sondern auch viele andere Fruchtnoten wie z. B. Beerenfruchtaromen - Cannabisblüten können auf verblüffende Weise auch nach Erdbeere, Blaubeere oder Himbeere riechen und schmecken. Himbeer-Aroma ist AROMENSPEKTRUM 03besonders selten und potenziell z. B. bei Warlock von Serious Seeds anzutreffen, diese Sorte produziert manchmal einen besonderen Himbeer-Phä­notyp, wie bei einem Grow von Mr. Power-Planter vor einigen Jahren geschehen.

Strawberry Cough von Dutch Passion und die Schweizer Sorte Erdbeere trumpfen dagegen mit einem leckeren Erdbeer-Aroma auf. Legendär und unverwechselbar ist das köstliche Blaubeer-Aroma der Original Blueberry von Dutch Passion und DJ Short. Somango von Soma Seeds ist mit einem feinen Mango-Aroma gesegnet, das gleiche gilt für die KC Brains-Sorte Mango. Eine weitere Fruchtsorte, die Mr. Power-Planter bereits getestet hat, ist die einzigartige Pine­apple Punch von The Flying Dutchmen/Sensi Seeds, sie besitzt einen unglaublichen Ananas-Geruch und —Flavour. Zitrusnoten treten bei Hanf-Fruchtsorten jedoch am häufigsten auf. Die berühmte Diesel-Genetik in ihren diversen Ausprägungen wie z. B. Sour Diesel, New York City Diesel oder Acid stellt die weltweit wohl beliebtesten Fruchtsorten, das extrem intensive Grapefruit-Aroma dieser Strains verblüfft jeden Grower und Smoker. Aber auch die Nicht-Diesel­Sorte Sweet Pink Grapefruit weiß mit ihrem Grapefruit-Aroma zu begeistern.

Auch Orangen-Aromen sind in der Sortenwelt stark vertreten, z. B. durch Dutchmen's Royal Orange, California Orange, Orange Skunk oder Cali Orange Bud. Das gleiche gilt für Sorten mit Zitronen- bzw. Limonenaroma. Lemon Skunk zählt hier zu den bekanntesten Ver­tretern, es gibt diese Sorte z. B. bei Greenhouse Seeds und DNA Genetics. Bei einer Lemon Skunk-Kultur (DNA Genetics) des Growers Raztazotti wurden Buds mit einem wunderbar zitronigen Bouquet produziert, es war, als wenn man an echten Zitronen riechen würde. Auch Super Lemon Haze von Greenhouse Seeds ist sehr zitronig, die Besonderheit bei dieser Genetik ist, dass es den Züchtern gelang, das Lemon-Aroma mit dem unschlagbaren Up-High einer echten Haze zu paaren.

Man sieht, dass die Hanfpflanze wie keine andere Pflanze in der Lage ist, unterschiedlichste, absolut faszinierende Aromen zu produzieren. In Zukunft werden sicherlich noch mehr Cannabis-Fruchtsorten gezüchtet werden, denn Terpene und deren Erforschung sowie züchterische Berücksichtigung sind zur Zeit ein großes Thema in der Breeder-Szene.

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